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RosaLinde Leipzig e.V.

IDAHIT*-Programm

IDAHIT*-Programm

Aktionstag zum IDAHIT*

17.05.17, 13-18 Uhr, Richard-Wagner-Platz

Am 17.05., anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHIT*), findet ein Aktionstag auf dem Richard-Wagner-Platz statt. Von 13-18 Uhr sind verschiedene Leipziger Akteur*innen vor Ort, um mit Informationen und Aktion auf die Ungleichbehandlung von LSBTIAQ* aufmerksam zu machen!

 

Film & Gespräch: "Olya's Love"

17.05.17, 19.30 Uhr, Cinémathèque 

Eintritt: 1-6€ / Refugees frei // der Film wird im Originalton (Russisch) mit englischen Untertiteln gezeigt.

Zum IDAHIT 2017 – dem Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit – wollen wir euch am 17.Mai um 19:30 zum Film „Olya‘s Love“ in die Cinémathèque Leipzig einladen.

„Olya‘s Love“ ist ein Film über ein lesbisches Pärchen in Moskau. Die Dokumentation zeigt ein Leben außerhalb bestehender Normen auf zwei unterschiedlichen Ebenen – die emotionale und ganz persönliche Geschichte der beiden jungen Frauen einerseits, eingebettet in die homofeindliche und sexistische politische und gesellschaftliche Situation zu Zeiten des „Homo-Propaganda-Gesetzes“ in Russland andererseits.

Im Anschluss an die Filmvorführung laden wir euch ein, mit der Protagonistin und Aktivstin, Olya Kuracheva, über die aktuelle Lage der LGBTIQ-Community in Russland und in Europa ins Gespräch zu kommen.

 

Demonstration zum IDAHIT*

Runter vom Sofa – raus auf die Straße!

Sa, 20.05.17, 16 Uhr

Auch in diesem Jahr demonstrieren wir zum IDAHIT*, dem Internationalen Tag gegen Homo-, Inter- und Transfeindlichkeit. Anlass dieses Tages ist der 17.05.1990, als die Weltgesundheitsorganisation beschloss, Homosexualität aus ihrem Krankheitskatalog zu streichen. Seitdem hat sich viel gebessert, aber es ist noch nicht genug! Vom Backlash in den USA, über das „Homo-Propaganda-Gesetz“ in Russland, den Umgang mit queeren Geflüchteten, die homofeindliche „Demo für alle“, welche nun auch in Sachsen agitiert, Konversionstherapien zur „Heilung“ von Homosexualität, bis hin zu aktuellen Entwicklungen vor Ort, wie dem Leipziger Amtsgericht, das momentan Trans*-Personen den Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen erschwert. Kommt mit uns auf die Straße, um diese Zustände anzuprangern und ein Zeichen zu setzen!

Start: Rabet

Ziel: Augustusplatz

Die Redebeiträge der Veranstaltung werden in Gebärdensprache gedolmetscht. Partei- und Nationalflaggen sind auf der Demo nicht erwünscht.

Der IDAHIT* ist ein Projekt des RosaLinde Leipzig e.V mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch und dem Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Studierendenrates der Universität Leipzig.

Infoabend: Sex ohne Risiko – Neues aus der Welt der Pilze, Viren, Bakterien

16.05.17, 19.30 Uhr

mit Peter Thürer (AIDS Hilfe Leipzig e.V.)
  
AIDS geistert in allen Köpfen herum, doch dabei wird oft vergessen, dass nicht nur HIV gefährlich ist! Es gibt eine Reihe von sexuell übertragbaren Krankheiten, vor denen man sich ebenfalls schützen sollte: Hepatitis, Chlamydien, Tripper, Syphilis, Pilze… Natürlich, nicht alle verlaufen so dramatisch wie AIDS, aber angenehm sind sie deshalb trotzdem nicht – und manche dieser Krankheiten können ebenfalls tödlich enden.
  
Wie kann ich mich anstecken? Wie hoch ist das Infektionsrisiko? Wie kann ich mich schützen? Was sind die Symptome und die Auswirkungen der einzelnen Krankheiten? Wo kann ich mich hinwenden, um mich testen zu lassen? Und wie kann man die einzelnen Krankheiten behandeln?

Seid bitte pünktlich da, damit wir gemeinsam 19.30 Uhr beginnen können.

 

Neue Gruppe: Ah! Sexuell

Wenn es um das Thema Sexualität geht, erlebst du häufiger solche Ah(a)-Momente, weil dir selbst das Ganze eher fremd erscheint?

Du bezeichnest dich selbst als a-, demi-, grey-sexuell oder kannst/willst dich da nicht auf einen Begriff festlegen?

Vielleicht bist du a-, demi-, grey-romantisch, kannst mit dem Romantik-Begriff nichts anfangen?

Du bist dir vielleicht einfach unsicher, wie und ob du dich selbst durch diese Bezeichnungen definieren sollst, aber merkst, dass du in Bezug auf Sexualität nicht wie die anderen tickst?

Du findest dieses Schubladendenken zwar nervig, würdest dich aber trotzdem eher in diesem Spektrum verorten?

Du ärgerst dich, dass du gleich als hetero-sexuell/-romantisch abgestempelt wirst, wenn du weder als homo-, noch bi-sexuell/-romantisch zu erkennen bist und suchst einen Schutzraum, in dem du mit deiner Asexualität sichtbar wirst?

Dann komm vorbei! Wir treffen uns das erste Mal am 29.03. und ab da jeden 4. Mittwoch im Monat um 19 Uhr in der RosaLinde!

Die Gruppe ist ganz neu und kann durch jede*n mitgestaltet werden.

Offener Brief an die sächsische Regierung zur Verfahrensweise im Rahmen des TSG an sächsischen Gerichten

  • Offener Brief an die sächsische Regierung zur Verfahrensweise im Rahmen des TSG an sächsischen Gerichten

Offener Brief an die sächsische Regierung zur Verfahrensweise im Rahmen des TSG an sächsischen Gerichten 

 Tief betroffen nehmen wir, Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland e.V. (TIAM e.V.) und RosaLinde Leipzig e.V., die derzeitigen Abläufe in den Verfahren nach dem „Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen“ (zumeist: Transsexuellengesetz – kurz: TSG) am Amtsgericht Leipzig zur Kenntnis.

 Nach deutschem Recht haben Personen auf dieser Basis die Möglichkeit, ihren Vornamen und ihren Personenstand (von männlich auf weiblich oder umgekehrt) ändern zu lassen. Hierfür sieht das TSG in §4 Abs. 3 die Regelung vor, dass das zuständige Amtsgericht von zwei Sachverständigen einholt. Am Amtsgericht Leipzig wird jedoch aktuell die Praxis verfolgt von Anbeginn des Verfahrens drei statt zwei Gutachten zu beauftragen. Dies stellt eine zusätzliche und unbegründete Hürde für die betroffenen transgeschlechtlichen Menschen dar, da diese sich nicht nur einer weiteren, fremdbestimmten Beurteilung unterziehen müssen, sondern die Kosten für die Gutachten nach dem TSG in der Regel von den Antragstellern zu tragen sind. Zumeist belaufen sich diese Kosten für ein Gutachten zwischen 400.00 – 800.00 EUR. Die vom Amtsgericht Leipzig beauftragte dritte Gutachterin erhebt jedoch Kosten für ihre Begutachtung in Höhe von 2000.00 EUR. Eine solche finanzielle Mehrbelastung, ohne ersichtlichen juristischen Grund, ist nicht tragbar und schränkt die Antragsteller_innen in ihrer sozialen und persönlichen Handlungsfreiheit ein. 

 Überdies ist festzustellen, dass die betreffende Gutachterin (Frau D. aus Leipzig) nicht über die im TSG §4 Abs. 3 geforderten Qualifikationen verfügt, um in diesem Rahmen Begutachtungen durchführen zu können. Wenn sich Betroffene wehren und besagtes Gutachten ablehnen, wird ihnen das Zurück- ziehen des Antrages angeraten bzw. wird die Ablehnung des begehrten Antrages in Aussicht gestellt. 

 Zitat einer Frau: 
 »Der zuständige Richter hat dafür drei Gutachter bestellt. Als Antwort auf meine Nachfrage, ob das tatsächlich so in Ordnung ist, hat er mir den Kostenvoranschlag der dritten Gutachterin, Frau D. geschickt: 1.700€ plus MwSt. Und er hat explizit auf Frau D. als Sachverständige bestanden. Ich habe daraufhin die Entpflichtung von Frau D. beantragt. Jetzt droht der Richter, meinen Antrag abzulehnen, wenn ich mich nicht dem dritten Gutachten unterziehe. Und er hat die Arbeit aller Gutachter gestoppt. Die beiden anderen Gutachtertermine hatte ich bereits. Nach Angaben der Sachverständigen werden beide Gutachten positiv ausfallen.« 

 Ein zweites Schreiben hatte uns einige Tage zuvor erreicht und auch daraus möchten wir einen Absatz zitieren, um deutlich zu machen, mit welchen Mitteln das Amtsgericht Leipzig derzeit mit transgeschlechtlichen Menschen verfährt.

 Zitat eines Mannes: 
 »Ich habe den Antrag Anfang Oktober beim AG Leipzig eingereicht. Am 29.11. habe ich den Beschluss erhalten, in dem der Richter fordert, dass ich drei (3) Gutachten einreiche und er hat dafür drei Sachverständige benannt. [...] Ich habe einen Widerspruch gegen die Einforderung von drei Gutachten eingereicht, den ich am 2. Dezember persönlich beim Amtsgericht Leipzig abgegeben habe. Er wurde dort am Empfang abgestempelt, aber ich habe mir leider keine Empfangsbestätigung aushändigen lassen. Da ich bisher keine Reaktion erhalten habe, habe ich am 15. Dezember den Widerspruch noch einmal per Einschreiben mit Rückschein ans Amtsgericht geschickt. Ich denke noch nach, aber es wird mit großer Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen, dass ich meinen Antrag zurückziehe, da ich mir das dritte Gutachten nicht leisten kann. Die zweitausend Euro habe ich einfach nicht mehr zur Verfügung. Mein Plan war zwar, die VÄ/PÄ [Vornamensänderung/Per- sonenstandsänderung] in Leipzig abzuschließen und mich dann erst jobmäßig und umzugsmäßig zu bewegen, aber in der derzeitigen Situation kann ich auch in einen anderen Ort außerhalb Sachsens ziehen und dort die VÄ/PÄ machen.« 

 In der Zwischenzeit hat uns besagte Person mitgeteilt, dass sie ihren Antrag aus besagten Gründen zurückzieht. In der Zeit von Dezember 2016 bis jetzt liegen uns bereits vier Beschwerden bzw. Anfragen mit gleichen Inhalten zu der Vorgehensweise des Amtsgericht Leipzig vor. 

 Wir sind aufs tiefste besorgt, dass den aktuell verantwortlichen Richter_innen nicht gelingt, sich auf der Basis seit Jahrzehnten bestehender und bundesweit bewährter Rechtsgrundlagen ein eingehen- des Bild von dem transgeschlechtlichen Werdegang im Sinne des TSG zu bilden. 

 Weiterhin halten wir es für bedenklich, wenn die uns benannte Person, Frau D. aus Leipzig, über transgeschlechtliche Menschen urteilt, obwohl diese nicht die im Gesetz verankerten Qualifikationen vorweisen kann und überdies ein deutlich überhöhtes Honorar verlangt. Damit erhöhen sich die Kosten für ein neues Personaldokument im Landgerichtsbezirk Leipzig auf ca. 3.500,00 bis 4.000,00 EUR (inkl. Kosten der anderen Gutachter, Gerichtskosten, Nebenkosten usw.). 

 Unsererseits erweckt dies den Eindruck, dass hier Ämter genutzt werden, um aus konservativer Sicht zusätzliche Hürden für transgeschlechtliche Menschen aufzubauen und zugleich in willkürlicher Art eine einzelne Person zu protegieren. 

 Wir fordern, dass sich die sächsische Staatsregierung dafür einsetzt, dass transgeschlechtliche Menschen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit ihre Handlungsmöglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zurück erlangen können. 
 Weiterhin fordern wir die sächsische Staatsregierung auf, die uns benannten und hier beschriebenen Fälle aufzuarbeiten und dafür Sorge zu tragen, dass keine unnötigen Hürden von Seiten der Staatsgewalten geschaffen werden. 

 Auf Bundesebene ist seit längerer Zeit einiges in Bewegung, um bürokratische Hürden einer solchen nicht-invasiven Veränderung des Geschlechts entgegenzuwirken. Andere Länder in der europäischen Union sind bereits noch deutlich weiter. So wurde im Januar 2017 in Dänemark Transsexualität gänzlich aus dem Katalog der psychischen Erkrankungen gestrichen und eine eigens dafür geschaffenen Diagnose eingerichtet, um die medizinische Behandlung zu gewährleisten. Am Amtsgericht Leipzig scheinen sich hingegen die konservativen Kräfte noch einmal gegen diese allgemeine Entwicklung – mit den letzten ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln – aufzubäumen. 

 Dies ist beschämend für eine weltoffene Großstadt, wie Leipzig eine ist!