Queer Refugees Resilience Project

Queer Refugees Resilience Projekt

Das Queer Refugees Resilience Project arbeitet seit Oktober 2021 für und mit lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, nicht-binären, asexuellen/aromantischen und queeren (lsbtinaq*) Geflüchteten aus Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen, die auf Grund von traumatischen Erfahrungen von der Entwicklung von psychischen Behinderungen in Form von Traumafolgestörungen bedroht oder betroffen sind. Die verschiedenen Angebote zielen darauf, innere und äußere Sicherheit ganzheitlich und nachhaltig zu stärken. Dabei orientieren wir uns an einem systemischen, sozial und politisch kontextualisierten Trauma-Verständnis.

LSBTINAQ*, die in Deutschland Schutz suchen, erlebten in den Herkunfts- und Transitländern neben Ablehnung, Ausgrenzung und struktureller Diskriminierung auch Kriminalisierung, Inhaftierung, Folter und weitere Formen von Gewalt. Eine queerspezifische Verfolgung ist daher nicht selten explizite Fluchtursache. Hinzu kommen verschiedene besondere Gefährdungslagen für LSBTIANQ* während der Flucht.

Es ist davon auszugehen, dass der Anteil traumatisierter Personen unter queeren Geflüchteten überdurchschnittlich hoch ist. Die durch die Konfrontation mit einer restriktiven Asylgesetzgebung, Ausgrenzung, Isolation und Rassismus in Deutschland erlebte Beschränkung von Selbstbestimmung, Handlungsoptionen und Teilhabemöglichkeiten kann traumabedingte Gefühle von Ohnmacht und Ausgeliefertsein verstärken.

Mit dem Anspruch unsere Angebote traumasensibel, ganzheitlich und empowerment-orientiert zu gestalten, möchten wir innere und äußere Sicherheiten unterstützen durch:

  • Stabilisierungsgruppen sowie Traumafachberatung zur Unterstützung psycho-emotionaler Stabilisierung und subjektiver Sicherheitswahrnehmung
  • Asylprozessbegleitung mit dem Ziel der Sicherung des Aufenthalts und Verbesserung der Lebensqualität: Beratung zu asyl-, aufenthalts-, und sozialrechtlichen Fragestellungen

Die Stabilisierungsgruppen haben unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte und methodische Ausrichtungen. Durch das Erlernen und gemeinsame Erproben von Strategien und Skills zur Spannungs- und Affektregulation sowie durch Psychoedukation sollen Orientierung, Resilienz und Stabilität gefördert werden.

Im Queer Refugees Resilience Project möchten wir sichere Räume schaffen, in denen individuelle und kollektive Stärkung durch Austausch ermöglicht wird sowie Prozesse anregen, in denen Handlungsfähigkeit erfahrbar wird. urch das Erleben von Möglichkeiten der Partizipation entstehen Momente der Selbstbemächtigung. Empowerment und Solidarität begreifen wir als Leitlinien unserer Arbeit.

Unsere Angebote sind weder ein Ersatz für Psychotherapie noch für gesellschaftlich-strukturelle Veränderungen!

Für psychologisch, psychiatrisch und psychotherapeutisch tätige Menschen, die mit traumatisierten lsbtiaq* Geflüchteten arbeiten, ist außerdem geplant, eine telefonische Fachsprechstunde anzubieten sowie thematische Fachtagungen zu organisieren.

Wir arbeiten ressourcenorientiert, klient*innen-zentriert und solidarisch, d.h. im Interesse und nach den Bedürfnissen von geflüchteten Menschen. Unsere Angebote sind mehrsprachig, kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym. Es besteht die Möglichkeit einer Sprachmittlung.

Finanziert wird unser Projekt von Oktober 2021 bis Juni 2024 über Aktion Mensch sowie die Deutsche Stiftung UNO Flüchtlingshilfe.

Barrierefreiheit

Der Zugang zu unseren Räumen und das WC sind barrierefrei.

Kontakt

Ansprechpartner*innen

Martina Schwerdtner (sie), Ena Ćumurović (sie), Moritz Martens (er) – Verwaltung

Adresse

RosaLinde Leipzig e.V.

Demmeringstr. 32

04177 Leipzig

Telefon

0157 38 21 64 91

oder

0157 38 21 64 92

E-Mail

resilience@rosalinde-leipzig.de

Verwaltung: moritz.martens@rosalinde-leipzig.de

 

Das Projekt wird gefördert durch