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RosaLinde Leipzig e.V.

Vortrag "Normierte Kinder"

Vortrag von Simon Zobel, Dipl. Ing. und Gründungsmitglied der EIA European Intersex Association zum Thema Trans- und Intersexualität. 

Medizinethik und Recht im Spannungsfeld: informed choice and intersex 

Eine Unterscheidung zwischen geschlechtszuweisenden und geschlechts-angleichenden Maßnahmen ist in der Praxis oft nur bedingt durchführbar. Geschlechtlichkeit hat einen mehrdimensionalen Charakter. Körpergeschlecht und identitäre Entwicklung sind weder radikal abhängig noch radikal unabhängig von biologischen, genetischen, besonders hormonellen Faktoren. Bei geschlechts-angleichenden Maßnahmen von intergeschlechtlichen und transidentitären Menschen existiert eine Schnittmenge, die sich aus der „identitären Entwicklung“ beim Kind als gemeinsamer Nenner speist. Das Gehirn ist in körpergeschlechtliche Prozesse eingebunden und wirkt auf diese ein. Auch im Hinblick auf diesen Zusammenhang sind Präventivmaßnahmen, die auf eine geschlechtsangleichende Wirkung bei intergeschlechtlichen Kindern zielen, zu überdenken. Geschlecht zeigt sich körperlich als komplexes System zwischen optimierter Spezialisierung und Variabilität. Genetische, zelluläre und organische Faktoren auf verschiedenen Ebenen sowie unterschiedliche hormonelle Mengenverhältnisse im Lebenszyklus greifen ineinander. Geschlecht konstituierende Elemente sind körperbiologisch variabel, bipotent und kommen in allen Körpern in Anteilen vor. Genetische, organische und hormonelle Mehrwerte existieren in der Gesamtbevölkerung als körpergeschlechtliche Diversität oder auch als atypische Geschlechtsentwicklung in den verschiedensten Formen. Viele der körperlichen Variablen oder deren Determinanten sind bis heute weder bekannt noch wirklich erforscht. Prävalenz betreffend gibt es wenig verlässliche Zahlen. 

Manche Menschen sind körperlich auffällig mehrwertiger als der Durchschnitt. Einige Varianzen sind schon intrauterin erkennbar beziehungsweise nach der Geburt genital auffällig oder durch Screeningverfahren zunehmend darstellbar. Medizinethische sowie (medizin)rechtliche Differenzierungen und Unterschiede zwischen Intersex und Transsexualität oder Transidentität ergeben sich unmittelbar aus anderen betreuenden oder medizinisch-wissenschaftlichen Anforderungen heraus, aus den Procedere selbst sowie im Hinblick auf den medizinischen klinischen Alltag. Es gibt bei Intersex kein allgemeingültiges Verfahrensmuster in Bezug auf die körperlichen Voraussetzungen und geschlechtlicher Identität. Das Vorgehen muss vom Einzelfall abhängig gemacht werden. Auch wenn eine informierte Einwilligung (informed choice) für hormonelle wie operative Interventionen vorliegt, so unterliegt das Handeln anderen medizinischen Voraussetzungen, vielfach auch anderen (personenstands)rechtlichen Bedingungen als bei Transsexualität. In meinem Beitrag werde ich dieses Spannungsfeld mit zahlreichen Beispielen aus Betroffenensicht unterlegen und diese "Stimmen" jenseits klassischer Opfer-Täter- Dynamiken, vermittelt auf der Basis der Naturwissenschaft lebendig erfahrbar machen und diskutieren.

Ort: Rosa Linde e.V., Lange Straße 11, 04103 Leipzig 

Datum: 12.12.14

Zeit: 19 Uhr

Plakat Weihnachtsfeier

❅❅❅ Weihnachtsfeier ❅❅❅

Am Freitag den 19.12.2014, ab 19 Uhr lädt wir Euch zu unserer jährlichen Weihnachtsmitbringparty.
Die Weihnachtsfeier ist für alle ehrenamtlich Tätigen des Vereins, für alle Freund*innen und Interessierte!
 
 Konzert: Dogmatic Lover Boys
 außerdem: Mitbringbuffet, Feuerzangenbowle, Glühwein
 und Schrottwichteln!
 
Einfach etwas zu trinken und/oder zu essen mitbringen und mit netten Leuten den Abend verbringen.

Frühsexualisierung im Unterricht? – Eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern

Die aktuellen Debatten um das Thema sexuelle Bildung und der Protest gegen Aufklärungsprojekte in Kitas und Schulen hinterlassen Spuren, besonders bei Eltern. Behauptungen wie die einer Früh- oder Übersexualisierung der Kinder durch Aufklärungsprojekte oder das Anwenden vermeintlich fragwürdiger Methoden verunsichern Eltern, Angehörige und Lehrkräfte.

Das Team des Bildungsprojekts „Liebe bekennt Farbe!“ vom RosaLinde Leipzig e.V. möchte die Debatte zum Anlass nehmen, um das Projekt detaillierter vorzustellen, Methoden zu erklären und Fragen von Eltern, Lehrkräfte und interessierten Menschen zu beantworten. Zusammen mit der Koordinatorin des Arbeitskreises Sexualpädagogik und Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes Carmen Käthner-Schulz laden wir Sie am 10.12.14 um 18 Uhr in das Turmzimmer 270 des Neuen Rathauses ein, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Den Abend wird Daniel Diegmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Schulpädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Schulentwicklungsforschung der Universität Leipzig, moderieren.

Wir haben seit November ein neues Angebot!

 „Herrengedeck“

Wenn Ihr gern „schwul“ ausgehen möchtet, die gängigen Angebote aber nicht so richtig Euren Geschmack treffen, dann freuen wir uns Euch beim Herrengedeck zu sehen.
Der Treff soll ein“ meet & greet“ für schwule Männer ab 30
sein, die sich gern bei einem Bier austauschen und ein paar gesellige Stunden zusammen erleben möchten.

Am ersten Freitag im Monat treffen wir uns 19 Uhr an den Räumen der RosaLinde und besuchen dann gemeinsam eine Bar, einen Pub oder eine andere Lokalität unserer Wahl.

Der Auftakt ist am 07.11. und wir freuen uns auf interessante und lustige Abende!