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RosaLinde Leipzig e.V.

Leipzig liest 2015: 12. und 13. März

Auch in diesem Jahr bieten wir Euch wieder interessante und spannende Lesungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse.
Wie immer liegt unser Fokus dabei auf der Lebens- und Liebenswelt nicht heterosexueller Menschen. 
 
12. März, 19:00 Uhr in der AIDS Hilfe Leipzig
 
Venuswelle mit Karin Rick (konkursbuch Verlag)

 
Ein Roman über sexuelle Identität, die nicht in Grenzen erlebt wird, sondern im steten Wandel.
Karin Rick, Meisterin der erotischen Spannung, schreibt mal lakonisch frech, mal poetisch – folgt den Rhythmen der Liebe, dem wellenförmigen Auf und Ab der zweischneidigen Sehnsucht nach dem perfekten Glück. Dieser Roman sprengt die Gendergenzen. Eine Sommerliebesgeschichte, in der die sexuelle Identität, wie das Begehren, etwas Fließendes ist, das sich nicht an fixen Kategorien, Definitionen und Grenzen festmachen lässt und im ständigen Wandel spannend bleibt.
 
13. März, 19:00 in der RosaLinde Leipzig
 
"The hermaphrodite question" mit Simon Zobel (transcript Verlag)

 
Wie fix ist biologisches Geschlecht, wo „sitzt es“ und sind Grenzziehungen wirklich immer so einfach? Jede 500. Person in der Gesamtbevölkerung ist körperlich „mehrwertiger“ als der angenommene Durchschnitt. Auch aus biologischer Sicht ist Geschlecht erstaunlich variabler als oft angenommen wird. Die Geschlecht konstituierenden Elemente kommen in allen Körpern gleichermaßen vor. Variable Faktoren auf den genetischen, zellulären sowie organischen Ebenen und unterschiedliche hormonelle Mengenverhältnisse im Lebenszyklus aller Menschen bedingen mehr oder weniger festgelegte geschlechtliche Spezialisierung. Wird die Komplexität von Leben aber in das enge Korsett eindimensionaler Zuschreibungen und Parameter gepresst, so entstehen (unter anderem in der Medizin) machtvolle Instrumente der Entfremdung und der Ausgrenzung von Normalität. Simon Zobel liest im ersten Teil der Veranstaltung aus den Büchern „Normierte Kinder“ und „Inter*- und Trans*Identitäten“. 
Der zweite Teil bietet Raum für gemeinsame
Diskussion zu Geschlecht und Vielfalt in der Praxis.
 
13. März, 20:30 inn der RosaLinde Leipzig

"Inter*Trans*Express*" mit Ika Elvau (Unrast Verlag 2014)
 
"... eine Reise an und über Geschlechtergrenzen“ 
Welches Geschlecht haben deine Socken?
Wie queer ist eigentlich das Gesundheitsamt?
Und wer ist hier "genderbeschränkt"?
Von Alltag und Widerstand im 2-Geschlechter-System: Ika liest Kurzgeschichten und Gedichte aus "Inter*Trans*Express* - Eine Reise an und über Geschlechtergrenzen"

Ü40-Gruppe

Am 19.03.2015 abends um 19.00 Uhr findet das nächste, außerplanmäßige Treffen in der Rosa Linde statt, bei dem es um die Neuausrichtung der Ü40-Gruppe geht. Mitglieder der bisherigen Ü40-Gruppe, neue Interessenten und ehemalige sowie aktuelle Gruppenleiter sind herzlich eingeladen!

Redebeitrag RosaLinde Leipzig e.V. bei NoLegida

Ich spreche hier für den RosaLinde Leipzig e.V. Das ist ein Verein, der sich um die Belange nicht-heterosexueller und transidenter Menschen kümmert. Neben Beratung, kulturellen Angeboten und verschiedenen Freizeit- und Selbsthilfegruppen leisten wir auch politische Bildung gegen Homo- und Transphobie an Schulen in Leipzig und Umgebung.

Die Ereignisse um Legida hier bzw. Pegida in Dresden verfolgen wir als Verein und als Privatpersonen von Anfang an sehr genau und mit großer Besorgnis. Zum einen sind Demonstrationen wie diese als Ausdruck von Ressentiments und Desinformation zu verstehen; zum anderen verstärken und schüren sie aber auch Hass, sie machen menschenverachtende Positionen salonfähig. So verwundert es nicht, dass Auszählungen von Polizeidaten und Medienberichten kürzlich ergaben, dass die Zahl rassistischer Übergriffe seit dem Beginn der Pegida-Demonstrationen um 130 Prozent zugenommen, sich also mehr als verdoppelt haben.

Aus der Einstellungsforschung ist bekannt, dass Menschen, die rassistische Positionen teilen, i.d.R. auch ablehnend gegenüber anderen Menschengruppen eingestellt sind. Homophobie, Sexismus, Transphobie, Abwertung von sozial Schwachen oder Menschen mit Behinderungen sind hoch anschlussfähig in rechten Kreisen. Ebenso ist bekannt, dass dies kein Phänomen des rechten Randes ist. Im Gegenteil: Menschenfeindliche Einstellungen sind bis weit in die sog. Mitte der Gesellschaft verbreitet. Mit Demonstrationen wie in Dresden, Leipzig und anderswo bekommen diese Menschen Gehör. Das sollte uns zu denken geben. Und wir sollten uns fragen: Wie kann man diesen Einstellungen begegnen? Was kann man tun, um rechtes Gedankengut als das zu entlarven, was es ist – rassistisch, menschenverachtend und zutiefst undemokratisch.

In Leipzig sind seit 1990 mind. sechs Menschen von Nazis ermordet worden. Gewalttaten und Morde sind traurige Höhepunkte menschenfeindlicher Einstellungen. Bisher wurden nur drei dieser Morde offiziell als rechte Gewalttaten anerkannt. Eines der nicht anerkannten Opfer ist der 1996 in Wahren ermordete Bernd G. Bernd G. war homosexuell und wurde am Wahrener Rathaus unter homophoben Beschimpfungen von einer Gruppe Neonazis zu Tode geprügelt. Das Tatmotiv Homophobie fand im Prozess keinerlei Beachtung, ebenso wenig die Zugehörigkeit der Täter zur Neonazi-Szene.

Homophobie hat in der Bundesrepublik – und natürlich nicht nur hier – eine lange Tradition. Auch Recht und Politik sind – bis heute – nicht frei davon. Die aktuellen Debatten um Gleichstellung unabhängig von der sexuellen Orientierung zeigen eines immer wieder deutlich: Vorbehalte, diffuse Ängste und Ablehnung bis hin zu offenen Anfeindungen sind immer noch salonfähig. In Deutschland macht das Bundesverfassungsgericht seit Jahren die Politik, welche eigentlich Aufgabe der Regierung wäre – gegen den erbitterten Widerstand der Konservativen.

Diese Konservativen sind es auch, die Ende 2013 die Bildungsplandebatte in Baden-Württemberg entfacht haben. Von dem in einem Arbeitspapier der Landesregierung unternommenen Versuch, die Akzeptanz sexueller Vielfalt als Querschnittsaufgabe in die schulische Bildung zu integrieren, also beispielsweise im Deutschunterricht einen Coming-Out-Roman zu lesen oder Bildungsprojekte wie unseres an die Schulen zu holen, wurde auf – ich zitiere – „Frühsexualisierung“, „Legalisierung der Pädophilie“, „Sex in jedem Fach“ und „Porno in der Grundschule“ geschlossen. Ebenso gehen seit letztem Jahr unter dem Label „Besorgte Eltern“ Menschen auf die Straße, die nicht wollen, dass Kinder überhaupt oder wenn, dann nur sehr spät, an schulischer Sexualaufklärung teilnehmen, die zudem an ein sehr reduziertes Verständnis von Sexualität angelehnt ist.

Dass diese Bewegungen, die vom Personal her ähnlich besetzt sind und die mit vergleichbaren Mitteln arbeiten, nämlich dem Schüren von Ressentiments gegenüber Minderheiten, jetzt auftauchen, ist vermutlich kein Zufall. In Zeiten zunehmender Unsicherheit und neoliberaler Alternativlosigkeit scheint die Abgrenzung gegen alles, was die eigene Position bedroht, als legitimes Mittel. Um sich in Opposition zum Gegebenen zu setzen, erweisen sich Pegida und Co. als attraktive Identifikationsangebote. Scheinbar sicher Errungenes wird fragil, wenn Bewegungen, die anderen Menschen fundamentale Rechte absprechen, solchen Zulauf erhalten.

Dabei bleibt bei Pegida, Legida u.ä. die ideologische Basis diffus. Der Missbrauch und die Umdeutung der 89er-Parole „Wir sind das Volk“ sowie zugehörige Positionspapiere von Pegida und Legida legen nahe, dass es um die Verteidigung eines rassistisch und natürlich begründeten Kollektivs geht, welches von Zuwanderung, „wahnwitzigem Gender-Mainstreaming“ und auch Homosexualität bedroht wird – die Forderung nach sexueller Selbstbestimmung erscheint aus dem Munde Pegidas nicht glaubwürdig. Sie wird nur ins Feld geführt, um Menschen anderer Glaubensrichtungen als rückständig zu markieren und die eigene Gruppe als fortschrittlich erscheinen zu lassen. Der eigentliche Konflikt wird verlagert und Minderheiten gegeneinander ausgespielt. Der RosaLinde Leipzig e.V. spricht sich eindeutig gegen diese reaktionären Versuche aus und erklärt sich solidarisch mit allen von Rassismus betroffenen Menschen, insbesondere auch mit denjenigen die unter mehrfachen Ausgrenzungen zu leiden haben, sei es auf Grund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer körperlichen Verfassung, ihrer nationalen Herkunft, Hautfarbe oder religiösen Überzeugung.

Was wir brauchen, ist mehr politische Bildung an Schulen. Nur Bildung und Sensibilisierung haben die Chance, menschenverachtenden Einstellungen entgegenzuwirken. Diese Bildung darf sich nicht auf Teilaspekte beschränken, sondern muss umfassend und als Querschnitt angelegt sein. Als Verein, der in diesem Bereich arbeitet, wünschen wir uns mehr politische, gesellschaftliche und finanzielle Unterstützung und möchten diese selbstverständlich auch für andere Vereine und Organisationen, die tagtäglich vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

 

Offener Brief an die Distillery zum Auftritt von Elephant Man am 05.02.15

Liebes Distillery-Team, lieber Herr Kache,

mit großem Bedauern nehmen wir zu Kenntnis, dass trotz vieler Beschwerden nicht von dem geplanten Auftritt von „Elephant Man“ abgesehen wird. Der Künstler ist unter anderem bekannt für seine homophoben sowie gewaltverherrlichenden Texte, wie zum Beispiel: „When you hear a lesbian getting raped / It's not our fault ... Two women in bed / That's two Sodomites who should be dead.” 

Mit einer Videobotschaft und der Unterzeichnung des Reagge Compassionate Act (RCA), was die Verpflichtung beinhaltet, homosexuellenfeindliche Texte und Aufrufe zu Gewalttaten in ihren Songs zu unterlassen, wollte sich der Künstler distanzieren. Es ist allerdings bekannt, dass die scheinbare Distanzierung im besten Fall bis zur Grenze der EU gültig ist. In Jamaika sind die fragwürdigen Lieder nach wie vor im Repertoire und eine gute Einnahmequelle für den Künstler. 

Für glaubwürdige Distanzierung fehlt uns ein gewisses Engagement, weder auf seiner Myspace-, noch auf seiner Facebookseite sind schriftliche Distanzierungen zu finden. Wäre dem Künstler ernsthaft daran gelegen sein Image zu ändern, wäre er von sich aus mehr darauf bedacht, dies auch nach Außen zu zeigen. Ein klares Bekenntnis zur Akzeptanz und zum Respekt gegenüber LGBTI*-Lebensformen oder die Unterstützung der Arbeit von entsprechenden NGOs in Jamaika wären nur zwei von zahlreichen Möglichkeiten.

Von den Veranstalter_innen „Teambirnenpfeffi“ wurde auf der Facebookveranstaltungseite ein sehr relativierendes Statement (vollständiger Text siehe unten) verfasst, welches uns noch mehr erstaunen lässt. Es wird zwar eingeräumt, dass es kritische Aspekte gibt, aber insgesamt wird der Künstler in Schutz genommen. Eine Aneinanderreihung von Argumenten, die in diesem Zusammenhang nicht schlüssig sind, sollen die Beweggründe der Veranstalter_innen, „Elephant Man“ zu buchen, erklären. So wird zum Beispiel darauf hingewiesen, dass auch schwule und lesbische Fans zu dieser Musik feiern. Es ist völlig unerheblich, ob Einzelpersonen, die zufällig homosexuell sind, diese Musik gut finden. Vielmehr geht es hierbei um den Künstler als Politikum sowie um die Außenwirksamkeit und die politische Haltung des Clubs „Distillery“. Daraus resultiert eindeutig eine Verantwortung der Distillery.

Weiterhin heißt es: „... ist es nicht besser, dieser Problematik mit der Einladung eines wirklich gesprächsbereiten Vertreters zu begegnen, da das Aufeinandertreffen unserer Kulturen eine viel größere Chance zu beiderseitigen Denkanstössen [sic] birgt als das pauschale Diktat, hier 'bei uns' keinen Fuß in die Tür zu bekommen, was einem 'dann mach doch du dein kleinkariertes Ding auf deiner Insel weiter, mit dir reden wir nicht' gleichkommt und genau das von uns allen angestrebte wirkliche Umdenken im Keim ersticken würde (siehe Sizzla)." Inwiefern ein Konzert eine dialogorientierte Veranstaltung sein kann, erscheint uns fraglich – hätte die Institution „Distillery“ zum Konzert mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema 'Homopohobie im Dancehall' eingeladen, würde die oben zitierte Aussage für uns eher Sinn ergeben.

„Elephant Man ist ein wirklich großartiger Künstler mit nicht nur einer Handvoll großartiger Songs, und das ist der Hauptgrund, warum wir ihn einladen.“ So lautet die abschließende Motivation der Veranstalter_innen. Wir fragen uns weiterführend, ob die Sachlage eine Ähnliche wäre, wenn es sich nicht um Homophobie, sondern um Antisemitismus oder Rassismus handeln würde? Könnte die Trennung zwischen der Schönheit der Musik und der „ehemaligen“ menschenverachtenden Haltung des Künstlers auch dann noch so einfach sein?

Wir fordern die Distillery zu einer eindeutigen Positionierung auf und wollen dringend anmerken: Nach wie vor kann der Auftritt abgesagt werden! Es liegt bei euch.

Unterzeichner_innen

RosaLinde Leipzig e.V.

Kathrin Darlatt, Gleichstellungspolitische Referentin (Beauftragte für Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweisen) Stadt Leipzig

CSD Leipzig

Referat Gleichstellung und Lebensweisenpolitik/StuRa Universität Leipzig

Frauenkultur Leipzig e.V.

Gothic Pogo Team

Lumière Bleue

Björn Reichel, für die Linksjugend Leipzig

AIDS-Hilfe Leipzig e.V.

Sarah Buddeberg, MdL Sachsen (Die Linke)

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Statement der Veranstalter_innen „Teambirnenpfeffi“

„liebe Freunde, schön dass es diese Diskussion mal wieder gibt, sie scheint nach wie vor angebracht zu sein. bitte seht uns nach wenn wir an diesem Montag nicht so heiss mit diskutieren können - hier zum Beispiel - wir erarbeiten gerade auf Grund vermehrter "Anfragen" solcherart mit der Distillery ein gemeinsames Statement zum anstehenden Konzert, das hoffentlich unsere Beweggründe und vor allem die Intentionen, das Konzert zu veranstalten klarstellt, denn wir beschäftigen uns schon seit langem mit dieser Musik und Kultur, so auch selbstverständlich mit ihren "Abgründen". und wir möchten beides nicht: weder fahrlässig eine Show organisieren, die einigen unter uns das Gefühl vermittelt, angegriffen zu werden oder gar den Verbrennungstot wünscht, noch einem Künstler, der nachweislich seit langer Zeit in Worten und Taten ein wegweisendes Beispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit diesem wirklich schwer versteh- und nachvollziehbaren und natürlich für uns inakzeptablen Teil der eigenen Kultur und persönlichen Biografie zugeben in der Lage ist, pauschal die Bühne zu verweigern, da wir seine Entwicklung nicht verstehen oder als "echt" werten. es wird uns nicht möglich sein, die Songs, auf die ihr Bezug nehmt und die weder definierend für Elephants Werk oder Person stehen, noch aufgeführt werden, ungeschehen zu machen, das ist klar. und es ist auch richtig, sie zu diskutieren. genau so wird es uns nicht möglich sein, festzustellen, aus welchen Beweggründen und in welchem Maße ehrlich der Künstler seine wiederholten Statements zum Thema machte, das ist wahr. wir möchten hier nichts beschönigen oder nicht ernst genug nehmen, das sind wir uns allen, vor allem unseren schwulen und lesbischen Freunden und Bekannten (von denen einige Elephant Man feiern), nicht zuletzt aber auch dem Veranstaltungsort schuldig.

Elephant Man ist einer der wenigen jamaikanischen Künstler der sich überhaupt auf eine Diskussion zu diesem Thema einlässt, und immer wieder gewisse Zeichen setzt. deswegen laden wir ihn ein und nicht zum Beipiel Sizzla, oder Bunny Wailer oder Lee Perry. nein, das soll auf keinen Fall bedeuten "hier schaut mal, das ist doch das kleinere Übel", sondern eher ein Hinweis sein auf "schaut mal, ist es nicht besser, dieser Problematik mit der Einladung eines wirklich gesprächsbereiten Vertreters zu begegnen, da das Aufeinandertreffen unserer Kulturen eine viel größere Chance zu beiderseitigen Denkanstössen birgt als das pauschale Diktat, hier "bei uns"keinen Fuß in die Tür zu bekommen, was einem "dann mach doch du dein kleinkariertes Ding auf deiner Insel weiter, mit dir reden wir nicht" gleichkommt und genau das von uns allen angestrebte wirkliche Umdenken im Keim ersticken würde (siehe Sizzla)".

Elephant Man ist ein wirklich großartiger Künstler mit nicht nur einer Handvoll großartiger Songs, und das ist der Hauptgrund, warum wir ihn einladen. die Punkte, an denen er sich in weiterer Vergangenheit inakzeptabel verhalten hat sind selbstverständlich zu diskutieren,doch wäre es schade und genau so unangebracht und engstirnig, seine Arbeit auf das Wort "Hasssänger" zu reduzieren und ihm und uns somit die Möglichkeit zum Gespräch, zur Weiterentwicklung und zur Präsentation seiner Arbeit zu verweigern und abzusprechen. wir zum Beispiel lieben Dancehall Musik, und möchten sie deshalb auf die Bühne bringen. weil es tolle Musik ist, aber natürlich sind wir uns bewusst dass wir sie aus unserer Situation heraus kritisch betrachten müssen - also auch dafür, dass es vielleicht irgendwann eine Zeit gibt, in der es keinen Grund mehr dafür gibt, diese Diskussion zuführen. und das wird wohl nur durch gegenseitiges Lernen und "show and tell" herbeiführbar sein.“ (Teambirnenpfeffi, facebook,03.02.15)

Prof. Robert Ehrlich

Rektor der HMT Leipzig, Prof. Ehrlich, übernimmt Schirmherrschaft für das Schulprojekt „liebe bekennt farbe!“ des RosaLinde Leipzig e.V.

Prof. Robert Ehrlich, Rektor der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, übernimmt die Schirmherrschaft für das Schulprojekt „liebe bekennt farbe!“ des RosaLinde Leipzig e.V. „Ich freue mich, Ihnen das Projekt "liebe bekennt farbe!" empfehlen zu dürfen. Es bietet Jugendlichen die Chance, ihre bisherigen Vorstellungen vom nicht-heterosexuellen Menschen in einem sicheren und geschützten Rahmen zu reflektieren“, so Robert Ehrlich.

Das Bildungsprojekt des RosaLinde Leipzig e.V. betreibt Antidiskriminierungsarbeit gegen Homo- und Transphobie. Die Besonderheit des Projekts besteht darin, dass junge, vom Verein ausgebildete Ehrenamtliche, die 18 bis 27 Jahre alt sind und mehrheitlich selbst schwul, lesbisch, bisexuell und/oder transident leben, Schulklassen besuchen und sowohl methodisch als auch über persönliche Erzählungen mit den Jugendlichen arbeiten. Projektleitung Stefanie Krüger: „Durch die Möglichkeit des Kontakts mit Menschen, zu denen Stereotype und Vorurteile bestehen, lassen sich diese hinterfragen und abbauen. Wenn ich eine Coming-Out-Geschichte, die mit Schwierigkeiten verbunden war, von der betroffenen Person selbst zu hören bekomme, ist das effektiver als nur abstrakt über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität zu reden. Das erzeugt Empathie und die wiederum wirkt sich auf Einstellungen und Verhalten aus.“ Prof. Ehrlich ergänzt außerdem die Perspektive von Jugendlichen, die wegen ihrer Orientierung oder Geschlechtsidentität Probleme in der Schule haben: „Gerade für jene Jugendliche, die nicht absolut und in jeder Hinsicht 'normal' aussehen, empfinden oder sich verhalten, kann diese Begegnung von nachhaltigem Wert sein.“

Die Reaktionen auf die Schulbesuche sind sehr positiv. So stellt eine 10.-Klässlerin im Anschluss an eine Veranstaltung fest: „Ich finde es gut, dass ihr euch für dieses Thema engagiert, weil die meisten Leute noch zu wenig über Homosexualität aufgeklärt sind.“ Der 7.-Klässler Adrian*, der zuvor – aus Spaß, wie er versichert – homophobe Schimpfwörter benutzt hat, sagt: „Naja, ich find das eigentlich nicht in Ordnung, jetzt nach dem Gespräch, weil ich find das halt diskriminierend für zum Beispiel welche, die wirklich schwul sind oder so, und wenn man dann das als Schimpfwort benutzt. Und ich hab auch viel über die Sexualität noch gelernt, zum Beispiel Asexualität. Ich würd's auch akzeptieren, also ich fänd's nicht schlimm, wenn jemand mir das erzählen würde, dass er jetzt homosexuell ist." 

Workshops für Schulklassen bzw. Fortbildungen für Lehrerkollegien in Leipzig und Umgebung können angefragt werden unter schulprojekt@rosalinde-leipzig.de oder 0341-8790173. 

Für weitere Fragen stehen der Schirmherr Prof. Ehrlich und die Projektleitung Stefanie Krüger gern zur Verfügung.

Kontaktdaten Prof. Ehrlich: rektor@hmt-leipzig.de, 0341-2144502

*Name geändert

Plakat Ausstellung

»Grüße aus dem Dodolontium«

AUSSTELLUNG ROSE KANE

Die autodidaktische Künstlerin Rose Kane (geb. 1976 in Kühlungsborn) begann im Jahr 2005 mit Fotocolla-gen und Fotoverfremdungen zu experimentieren. Damals waren diese Arbeiten, wie auch Heute noch, ein meditatives Ventil um Alltagsdinge und Probleme in schwierigen Lebensphasen besser verarbeiten zu können.

Seit sechs Jahren gestaltet sie mit Fineliner und einer vielschichtigen digitalen Coloration surrealistische Gefühlsbilder und holt damit für den Betrachter tiefe Emotionen und Gedanken aus dem Inneren ans Tageslicht. Dabei lässt sie sich nicht von Form, Farbe oder Format beschränken.

Seit 2012 ist die Künstlerin wieder zu ihren Wurzeln nach Leipzig gekehrt und arbeitet inspiriert an neuen Werken.

Zum Neujahrsempfang des RosaLinde Leipzig e.V. am 01.02. um 11.00 Uhr wird eine kleine Retrospektive der Künstlerin Rose Kane eröffnet.

InTra-Kids

die Jugendgruppe für intergeschlechtliche und transidente Jugendliche

Du fühlst dich unwohl mit deinem Geschlecht? Du möchtest, dass die Anderen dich endlich so wahrnehmen, wie du dich fühlst? Oder dein Geschlecht ist sowieso nicht so eindeutig – egal, ob körperlich oder vom Empfinden? Dann komm zu unserer Jugendgruppe für 14- bis 21-Jährige! Hier treffen sich intergeschlechtliche, transidente, genderqueere Jugendliche und solche, die ihr Geschlecht noch suchen, um einander kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsam Spaß zu haben.

Wann? Immer am dritten Mittwoch im Monat ab 17 Uhr.

Wo? Im RosaLinde Leipzig e.V., Lange Str. 11 (Zentrum Ost, Tram 4 und 7 Haltestelle Gerichtsweg).

Eröffnung der Gruppe am 21.01.15 um 17 Uhr!

Frühsexualisierung im Unterricht? – Eine Informationsveranstaltung für interessierte Eltern

Die aktuellen Debatten um das Thema sexuelle Bildung und der Protest gegen Aufklärungsprojekte in Kitas und Schulen hinterlassen Spuren, besonders bei Eltern. Behauptungen wie die einer Früh- oder Übersexualisierung der Kinder durch Aufklärungsprojekte oder das Anwenden vermeintlich fragwürdiger Methoden verunsichern Eltern, Angehörige und Lehrkräfte.

Das Team des Bildungsprojekts „Liebe bekennt Farbe!“ vom RosaLinde Leipzig e.V. möchte die Debatte zum Anlass nehmen, um das Projekt detaillierter vorzustellen, Methoden zu erklären und Fragen von Eltern, Lehrkräfte und interessierten Menschen zu beantworten. Zusammen mit der Koordinatorin des Arbeitskreises Sexualpädagogik und Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes Carmen Käthner-Schulz laden wir Sie am 10.12.14 um 18 Uhr in das Turmzimmer 270 des Neuen Rathauses ein, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Den Abend wird Daniel Diegmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Schulpädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Schulentwicklungsforschung der Universität Leipzig, moderieren.

Wir haben seit November ein neues Angebot!

 „Herrengedeck“

Wenn Ihr gern „schwul“ ausgehen möchtet, die gängigen Angebote aber nicht so richtig Euren Geschmack treffen, dann freuen wir uns Euch beim Herrengedeck zu sehen.
Der Treff soll ein“ meet & greet“ für schwule Männer ab 30
sein, die sich gern bei einem Bier austauschen und ein paar gesellige Stunden zusammen erleben möchten.

Am ersten Freitag im Monat treffen wir uns 19 Uhr an den Räumen der RosaLinde und besuchen dann gemeinsam eine Bar, einen Pub oder eine andere Lokalität unserer Wahl.

Der Auftakt ist am 07.11. und wir freuen uns auf interessante und lustige Abende!